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Maria Magdalena – eine Inspiration für uns alle

Plakatausschnitt Festtag der Maria Magdalena
10.08.2025

Inmitten der Herausforderungen unserer Zeit wollen wir einen Blick auf positive Vorbilder werfen. Menschen wie Maria Magdalena können uns inspirieren, uns Mut machen und uns zeigen, dass es immer Wege gibt, Hoffnung und Veränderung zu finden, gemeinsam an einer besseren Zukunft zu arbeiten. Und so wollen wir in diesem Gottesdienst am Festtag von Maria Magdalena, dem 21. Juli 2025, um 19.00 Uhr in St. Agnes, innehalten, uns auf unsere Kraft, unsere Ideen, unseren Mut konzentrieren, aber auch Ruhe und Kraft schöpfen, um in diese Welt hinauszugehen und mit Gottes Hilfe auch selbst eine Quelle der Hoffnung, vielleicht ein positives Vorbild zu werden.

Die Ermutigung wird schon im Ablaufplan deutlich!

Eingangslied: Magnifikat (Liederbuch God for You Nr. 337)
Begrüßung und Einführung
Kyrie (musikalisch): Da wohnt ein Sehnen tief in uns (God for You Nr. 112)
Evangelium 1. Teil: Joh 20, 1 – 10 gelesen von Annabel Ruth
Harfenmusik von Diana
Evangelium 2. Teil: Joh 20, 11-18
Lied: Sanftmut den Männern, Großmut den Frauen (Liedblatt) mit dem Frauenchor Laudate
Ansprache: von Friederike Cremer
Meditative Musik: Harfenimprovisation von Diana
Fürbitt-Aktion dazwischen Liedruf: Ruach (Text/Musik Helge Burggrabe)
Vater unser
Schlussgebet
Segen
Schlusslied: Sister, carry on (Text und Musik: Carolyn McDade, euorpäische Frauensynode, Wien, Österreich)

Musik: Harfe: Diana; am Flügel: Paola Gronau; Frauenchor Laudate; Percussion: Heike

Hoffnung in unruhigen Zeiten: Mit Maria Magdalena den Auferstandenen erkennen

Maria Magdalena Fest 2025

Fest der Apostolin Maria Magdalena 2025 in St. Agnes in Köln

Wir leben in unruhigen Zeiten. Viele Menschen sind verängstigt, frustriert, verunsichert. Der Ton in unserer Gesellschaft ist rauer geworden. Polarisierung nimmt zu, Vertrauen schwindet. Ungute Strömungen wissen diese Ängste zu nutzen – sie versprechen einfache Lösungen, schreien nach starken Führern, nach Klarheit und Ordnung, nach Abschottung und Macht. Doch das, was sie bieten, sind nicht Lösungen – es ist ein Rückfall in Autokratie, in Egomanie, in die Selbstinszenierung einzelner, die meinen, das Geschick der Welt liege allein in ihrer Hand.

Aber das Evangelium zeigt uns einen anderen Weg.

 

Es erzählt uns von einem Morgen, der in die Geschichte eingegangen ist: dem Ostermorgen. Johannes berichtet davon (Joh 20,1–18). Es ist Maria Magdalena, die als Erste zum Grab kommt – in der Dunkelheit, in der Trauer, in der Hoffnungslosigkeit. Dann kommen die Jünger – Petrus und der andere Jünger – sie laufen um die Wette, fast wie in einem sportlichen Wettstreit. Und doch: Sie sehen das leere Grab, aber sie verstehen nicht.

Es ist Maria Magdalena, die bleibt. Die nicht davonläuft. Die trauert, weint, sucht. Und gerade darin – in ihrer Treue, in ihrer offenen Sehnsucht – begegnet sie dem Auferstandenen. Sie erkennt ihn nicht sofort. Erst als er ihren Namen spricht, erkennt sie: Rabbuni! – Mein Meister.

Maria Magdalena steht für eine andere Art des Erkennens – nicht durch Beweise, nicht durch Geschwindigkeit, nicht durch Überlegenheit, sondern durch Nähe, durch Beziehung, durch Offenheit. Sie wird zur ersten Zeugin der Auferstehung. Zur Apostelin der Apostel.

In dieser Geschichte liegt eine Botschaft, die wir heute dringender brauchen denn je.

Wir brauchen nicht mehr Lärm und mehr Machtspiele. Wir brauchen keine Selbstdarsteller, die sich als Retter der Welt inszenieren. Wir brauchen Menschen mit Herz, mit Klarheit, mit Hoffnung. Wir brauchen Menschen, die – wie Maria Magdalena – nicht weglaufen vor der Dunkelheit, sondern bleiben, suchen, fragen – und dann das Licht erkennen.

Wenn wir heute auf das Pfingstfest zurückblicken – den Geburtstag der Kirche – dann wird deutlich: Es ist derselbe Geist, der Maria Magdalena an Ostern erkennen lässt, der an Pfingsten die Jünger und Jüngerinnen erfüllt. Der Heilige Geist kommt nicht als Befehl. Nicht als Gesetz. Er kommt als Kraft, als Wind, als Feuer, als Inspiration. Wie in der Mathematik eine Voraussetzung notwendig ist, um den nächsten Schritt zu machen, so ist Pfingsten die notwendige Voraussetzung für Kirche: Ohne diesen Geist keine Bewegung, keine Sendung, kein Leben.

Und dieser Geist – er ist nicht nur laut und männlich gedacht. In der Jakobuskirche in Urschalling sehen wir ein Fresko der Dreifaltigkeit, das eine besondere Darstellung enthält: die Heilige Geistkraft erscheint dort in weiblicher Form. Eine Frau zwischen Vater und Sohn. Ein geheimnisvolles, zartes, ja provozierendes Bild. Theologisch umstritten vielleicht, aber künstlerisch eine Einladung: Kann Gott nicht auch weiblich sein? Ist der Geist Gottes nicht auch mütterlich, kreativ, weich und zugleich kraftvoll?

In einer Zeit, in der alte Gottesbilder ins Wanken geraten, kann dieses Fresko ein Hoffnungszeichen sein. Ein Zeichen dafür, dass Gottes Geist größer ist als unsere Vorstellungen. Dass er sich nicht in eine Form pressen lässt. Dass er weht, wo er will – manchmal durch Männer, manchmal durch Frauen, manchmal durch Kinder, durch Zweifler, durch Mutige, durch Sanfte.

Pfingsten und Ostern gehören zusammen. Maria Magdalena ist unsere Zeugin – sie zeigt uns: Wer bleibt, wer liebt, wer sich nicht abwendet, sondern hinhört – dem begegnet Christus. Wer sich vom Geist erfüllen lässt – der wird gesendet. Nicht um zu herrschen, sondern um Hoffnung zu geben.

In diesen unruhigen Zeiten sind Menschen wie Maria Magdalena unsere Vorbilder. Nicht die Lauten, sondern die Treuen. Nicht die Machtvollen, sondern die Liebenden. Nicht die, die alles wissen, sondern die, die aufbrechen.

Lassen wir uns also erfüllen – vom Geist, der auch weiblich ist, der tröstet, der stärkt, der sendet.

Und lassen wir uns wie Maria Magdalena vom Auferstandenen beim Namen rufen. Damit wir auch heute Zeuginnen und Zeugen des Lebens sein können – inmitten einer verunsicherten Welt.

Ich lade Sie und Euch ein, eine Weile in Stille über die eigenen persönlichen Hoffnungsschimmer, die eigenen persönlichen Vorbilder nachzusinnen.

Dreifaltigkeitsfresko in St. Jakobus in Urschalling

Dreifaltigkeitsfresko St. Jakobus in Urschalling

Dreifaltigkeitsfresko in St. Jakobus in Urschalling

Als Inspiration dazu kann das Bild von der Dreifaltigkeitsdarstellung aus der Jakobuskirche in Urschalling, was alle auf dem Platz vorgefunden haben. Und ich möchte Ihnen und euch noch einen Impuls aus einer Frauenliturgie der Katholischen Frauenbewegung St. Pölten aus dem Jahr 2017 als weitere Inspiration vorlesen:

Maria von Magdala

Manchmal seh ich dich vor mir,
wie dich die Botschaft vom Leben hüpfend und tanzend wegtrug vom Grab,
und ich frage mich,
wer wohl zuerst in deinen noch tränennassen Augen verwunderten Jubel las
und in der Spur deiner abgewischten Trauer die helle Freude.

Dann stell ich mir vor, ich wäre dir begegnet,
mir hättest du dein „Er lebt!“ ins ungläubige Herz gelacht
und in schmerztaube Ohren dein Lebenslied gejubelt.
Und ich spür, wie mein Puls zu hüpfen beginnt,
wie dein unwiderstehlich strahlender Blick durch Angst und Zweifel hindurch mich leise mit Hoffnung ansteckt.

Und während ich in deinen Augen noch nach dem Grund deiner Klarheit suche,
sehe ich plötzlich den, dessen lebenserweckender Blick in dir selbst neues Leben entfacht hat.

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