Mehr Thomas als Frauen: Wie die Politik sich selbst sabotiert
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Demokratie ist nur mit Frauen stark – und dieser Satz ist keine Floskel, sondern bittere Realität und mutige Vision zugleich. Wie demokratisch ist eine Gesellschaft, in der es mehr Bürgermeister gibt, die Thomas heißen, als Frauen in diesem Amt? Diese Schieflage zeigt: Wenn Frauen, Mütter, Menschen mit Migrationsgeschichte, mit Behinderung und queere Personen an den Rand gedrängt werden, verliert Demokratie ihre Stimme – unsere Stimme.
Ich bin gerade im gender-blog.de auf diesen Sammelband gestoßen.
Sammelband "Zu anders für die Macht?"
Der gerade erschienene Sammelband „Zu anders für die Macht?: wie mutige Frauen für Gleichberechtigung in der Politik kämpfen“ ( Hg. von Tannaz Falaknaz, Stefanie Lohaus, Cecile Weidhofer versammelt Geschichten von Frauen, die sich davon nicht einschüchtern lassen. Sie kämpfen gegen Barrieren, Hass, Drohungen und Strukturen, die ihnen signalisieren: „Du passt hier nicht rein.“ Und sie beweisen jeden Tag das Gegenteil – im Bundestag, in Kommunen, in Parteien und Initiativen.
Da ist die erste gehörlose Abgeordnete, die zeigt, wie viel Politik verpasst, wenn sie nicht barrierefrei ist. Da sind Mütter, die trotz fehlender Kinderbetreuung und endloser Abendtermine Wege finden, politisch mitzureden – und genau deshalb wissen, was sich ändern muss. Und da sind Frauen, die trotz Sexismus, Hasskommentaren und Morddrohungen sagen: „Aufgeben ist keine Option.“
Gleichzeitig macht der Band Mut: Wenn Frauen sich zusammenschließen, verschieben sich Grenzen. Ohne starke Frauennetzwerke hätte es etwa das Verbot der Vergewaltigung in der Ehe nicht gegeben – ein historischer Schritt, der zeigt, was möglich wird, wenn Solidarität wichtiger ist als Parteigrenzen.
Die Botschaft ist klar: Demokratie passiert nicht einfach – wir machen sie. Sie wird stärker, bunter und gerechter, wenn alle mitentscheiden können. Wer Frauen und andere marginalisierte Gruppen zum Schweigen bringen will, greift unsere Demokratie an. Also: Laut bleiben, vernetzen, einmischen – denn Demokratie lebt von uns allen.
