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KDFB Bayern fordert: Frauenrechte gehören verbindlich in den Schulunterricht

Strichzeichnung Schülerin und Schüler
26.03.2026

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) Bayern sieht in der aktuellen öffentlichen Debatte um Deepfakes und digitale Gewalt gegen Frauen einen dringenden Handlungsauftrag für die Bildungspolitik. Die jüngsten Fälle zeigen deutlich, wie schnell Frauen im digitalen Raum zur Zielscheibe von Entwürdigung und Missbrauch werden können.

Der KDFB Bayern fordert daher erneut mit Nachdruck, die Geschichte und Bedeutung von Frauenrechten im Lehrplan aller weiterführenden Schulen sichtbar, strukturiert und verbindlich zu verankern.

Studien zeigen, dass über 90 Prozent aller im Internet kursierenden Deepfake-Videos Frauen darstellen – häufig ohne deren Wissen oder Einverständnis und oft in sexualisiertem Kontext. Mit Hilfe von KI lassen sich innerhalb kürzester Zeit täuschend echte Bild- und Videomontagen erstellen, die die Würde und das Selbstbestimmungsrecht von Frauen massiv verletzen. Keine Frau ist davor geschützt.

Für den KDFB Bayern ist klar: Digitale Gewalt ist kein isoliertes Phänomen, sondern Ausdruck struktureller Ungleichheit und eines unzureichenden Bewusstseins für Frauenrechte.

„Wir erleben gerade sehr deutlich, wie verletzlich Frauen auch im digitalen Raum sind. Es sind keine Einzelfälle, sondern Teil eines größeren Problems“, betont Tanja Pichlmeier, kommissarische Vorsitzende des KDFB Landesverband Bayern. „Deshalb müssen Schüler*innen früh verstehen, was Gleichberechtigung bedeutet – und dass dieses Grundrecht aktiv geschützt werden muss.“

Aus Sicht des KDFB Bayern zeigt die aktuelle Entwicklung deutlich: Die Vermittlung von Frauenrechten darf kein Randthema bleiben.

„Nur wer versteht, wie Frauenrechte erkämpft wurden und wie fragil sie sind, kann auch aktuelle Bedrohungen richtig einordnen. Bildung schafft das Fundament für Gegenwehr – rechtlich, moralisch und gesellschaftlich“, so Pichlmeier weiter. „Frauenrechte sind kein Zusatzthema, sondern gehören in den Kern demokratischer Bildung.“

Der KDFB Bayern richtet daher konkrete Forderungen an das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus:

  • Systematische Verankerung im Lehrplan: Inhalte zu Frauenrechten sind bereits vorhanden, jedoch häufig implizit und fachlich verstreut. Der KDFB fordert eine klare, gebündelte und verbindliche Integration in den Lehrplan aller weiterführende Schulen.
  • Inhaltliche Schwerpunkte stärken: Themen wie Frauenwahlrecht, Gleichstellung in der Arbeitswelt, feministische Bewegungen sowie internationale Perspektiven auf Frauenrechte müssen stärker berücksichtigt werden – ebenso wie aktuelle Herausforderungen wie digitale Gewalt.
  • Fächerübergreifende Integration: Gleichstellung und Frauenrechte sollen als fester Bestandteil in Geschichte, Politik und Gesellschaft sowie Religion und Ethik verankert werden.
  • Didaktische Qualität ausbauen: Es braucht geeignete Unterrichtsmaterialien sowie gezielte Fortbildungen für Lehrkräfte, um das Thema fundiert und sensibel zu vermitteln.
  • Praxisnahe Vermittlung fördern: Projekte, Workshops und Zeitzeug*innengespräche können dazu beitragen, das Thema greifbar und lebensnah zu vermitteln.

Der KDFB Bayern vertritt über 110.000 Mitglieder und ist der größte Frauenverband im Freistaat.

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Katholischer Deutscher Frauenbund – Landesverband Bayern e.V.

Dr. Gerlinde Wosgien
Presse- und Öffentlichkeitsreferentin
Schraudolphstr. 1
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Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 130.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.
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